Am 25.06.2026 hat der Regionalrat Düsseldorf mit breiter Mehrheit dem Antrag der Stadt Solingen zugestimmt, die Fläche Buschfeld im Regionalplan dauerhaft als Landwirtschaftsfläche auszuweisen. Formal hat der Regionalrat in seiner Juni-Sitzung die Bezirksregierung aufgefordert, eine entsprechende Änderung des Regionalplans vorzubereiten.
Im Regionalplan soll Buschfeld zukünftig als allgemeiner Freiraum und Fläche für Agrarnutzung (AFA) ausgewiesen werden. Bisher war die Fläche als allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) gekennzeichnet, was auch eine gewerbliche Nutzung ermöglichen würde (Details siehe Kasten).
Bevor die Änderung im Regionalplan final gültig wird, erfolgt nach der Texterstellung eine Offenlegung und abschließend muss der Regionalrat die Änderung dann beschließen.
Der Regionalrat hat damit nach einer langen Vorgeschichte beschlossen, dem Wusch der Stadt Solingen zu entsprechen, den Regionalplan bezüglich Buschfeld ändern zu lassen, damit Buschfeld dauerhaft eine landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Schutzfunktion für das angrenzende Naturschutzgebiet „Mittlere Itter“ bleiben kann.
Details zur Umwidmung:
Die bisher als Fläche für den Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) gekennzeichnete Fläche wird zu einer Fläche für Allgemeinen Freiraum und Agrarbereich (AFA) und zu einem Bereich für den Schutz der Landschaft und Landschafts-orientierte Erholung (BSLE). Zugleich wird sie als Regionaler Grünzug (RGZ) ausgewiesen.
Damit steht ein vierzehnjähriges Ringen vor einem positiven Abschluss.
Die Landwirtschaft erhält die dringend benötige Sicherheit, mit dieser Fläche langfristig planen und wirtschaften zu können.
Auch Mensch und Natur profitieren. So sorgt die grüne Freifläche weiterhin für Kaltluftentstehung und die wichtige Funktion einer Biotopverbindung durch das Ittertal wird gestärkt.
Historie
Auslöser für die lange Vorgeschichte waren Überlegungen im Jahr 2012, mehrere Gebiete im Ittertal als Gewerbegebiet zu entwickeln. Der damalige Stadtrat wollte Landwirtschaftsflächen zu Gewerbeflächen entwickeln, darunter neben drei weiteren Gebieten im Ittertal auch Buschfeld.
Diese Überlegungen waren der Anlass für die Gründung unserer Bürgerinitiative zur Rettung der Flächen Keusenhof, Buschfeld, Fürkeltrath-2 und Piepersberg-West vor einer Bebauung.
Diese Flächen stehen seit mindestens der 90er Jahre im Gebietsentwicklungsplan 99 (GIB99) als potenzielle Gewerbeflächen. Mit der Aufstellung des Nachfolgers des GIB, jetzt Regionalplan genannt, kam Bewegung in die Sache und Solingen wollte besagte Flächen zu Gewerbegebieten entwickeln, weil es angeblich einen großen Bedarf an neuen Gewerbegebieten gäbe.
Unter anderem durch unsere Arbeit blieben diese Pläne nicht unwidersprochen und nach langer politischer Diskussion wurde die Erstellung eines sogenannten Gesamtgutachten Ittertal beschlossen.
Dieses Gutachten, zunehmende Anzahl an brachliegenden ehemaligen Gewerbeflächen, die mittlerweile einsetzende Erkenntnis zu nachhaltigem Handeln mit mehr Kreislaufwirtschaft (Flächenrecycling) und die Sorge um den Klimawandel haben in weiten Teilen der Politik zu einer Meinungsänderung geführt.
In mehreren Stadtratsbeschlüssen wurde mit breiter Mehrheit die Herausnahme von Buschfeld aus der Liste potenzieller Gewerbegebiete im Regionalrat beschlossen. Das bedeutet, Solingen will Buschfeld nicht mehr als Gewerbegebiet entwickeln.
Der politische Wille auf der kommunalen Ebene ist das eine, die Umsetzung in überregionalen Plänen, also auf Ebene des Regierungsbezirks Düsseldorf, ist das andere. Da denkt man in Statistiken und Zahlen, nicht in Güte des Bodens oder Kaltluftentstehung. Der Regierungsbezirk Düsseldorf ist groß und zum Beispiel Vertreter vom Niederrhein oder Wuppertal entscheiden auf Basis alter Prognosen über Flächenbedarfe mit. Letztendlich hat es nun ein paar Jahre und zwei Anläufe im Regionalrat gedauert, den örtlichen politischen Willen in der übergeordneten Planung umzusetzen.
In der Diskussion sind immer wieder die angeblichen Flächenbedarfe an neuen Gewerbegebieten die strittigen Punkte, weil jeder diese Zahlen für sich anders interpretiert. Für Solingen sind alle Prognosen aus der Vergangenheit nicht eingetreten. Aus unserer Sicht gibt es keinen Gewerbeflächenmangel, also das, was als Bedarf bezeichnet wird. Wir beobachten zunehmend mehr Brachflächen, also ungenutzte ehemalige Gewerbeflächen. Zuletzt sogar direkt neben Buschfeld in nahezu gleicher Größe und voll erschlossen.
Formell ist nach 14 Jahren Diskussion über Buschfeld jetzt der Punkt erreicht, bei dem der Regionalrat die Bezirksregierung aufgefordert hat, den Regionalplan zu ändern. Wenn diese Änderung als Entwurf vorliegt, wird sie offen gelegt, damit Stellungnahmen dazu möglich sind und bestenfalls wird der Entwurf dann im zweiten Halbjahr vom Regionalplan freigegeben.
