05. September 2016 PM – Gemeinsame Wanderung der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ mit den örtlichen Naturschutzverbänden zu den bedrohten Landschaftsflächen Buschfeld und Keusenhof

Die Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ und die örtlichen Naturschutzverbände BUND, NABU und RBN luden zu einer gut besuchten gemeinsamen Wanderung rund um die potentiellen Gewerbestandorte Buschfeld und Keusenhof ein. Die Verbände appellieren gemeinsam an die Solinger Kommunalpolitik und die Bezirksregierung Düsseldorf, die Planungen für vier zusätzliche Gewerbegebiete in der Biotopverbundachse Ittertal aufzugeben.

Zu Beginn der Wanderung erläuterten Ingo Hill von der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ und Dietmar Gaida den aktuellen Planungsstand für den Bereich Buschfeld. Buschfeld liegt im Kernbereich des Biotopverbunds Ittertal, grenzt an Naturschutzgebiet (NSG) und besitzt eine hohe klimatologische Ausgleichsfunktion. Der Stadtrat beschloss am 26.3.2015, Buschfeld als Landschaftsschutzgebiet zu erhalten und nicht zu bebauen. Das im Auftrag der Stadt erstellte „Gutachten für den Planungsraum Ittertal“ prognostizierte Ende 2015 für den potenziellen Gewerbestandort Buschfeld sehr hohe Auswirkungen bei den Bodenfunktionen und hohe Auswirkungen auf Lebensraumfunktion/Biotopverbund sowie auf Mensch/Gesundheit. Das Fazit lautet: Es sollte der „Standort Buschfeld aus überwiegend ökologischen Aspekten nicht weiter verfolgt werden“. Die Bezirksregierung Düsseldorf plant für Buschfeld jedoch trotzdem immer noch Gewerbegebiet. Zurzeit läuft die Beteiligung zum Regionalplan.
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02. August 2016 PM – Erneute Öffentlichkeitsbeteiligung zum zweiten Entwurf des Regionalplans Düsseldorf gestartet, Änderungswünsche der Stadt Solingen nicht umgesetzt.

Die Unterlagen zum modifizierte Entwurf des Regionalplans Düsseldorf (RPD) werden in der Zeit vom 01. August bis zum 07. Oktober 2016 der Öffentlichkeitzur Einsicht ausgelegt und auch im Internet zur Verfügunggestellt.
Im Zuge der ersten Offenlegung des RPD im Jahr 2015 sind zahlreiche Eingaben von Gemeinden und Städten, Verbänden und Bürger bei der Bezirksregierung eingegangen und bearbeitet worden. Der Umfang dieser Überarbeitung macht nun eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung notwendig.
Allerdings ist der wichtige Beschluss der Stadt Solingen, zukünftig Buschfeld nicht mehr als mögliche
Gewerbefläche auszuweisen, von der Bezirksregierung nicht umgesetzt worden. Das Kartenmaterial zeigt das Gebiet Buschfeld nach wie vor als Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB), der die Ansiedlung von Gewerbe ermöglicht. Der Solinger Stadtrat hatte aber am 26.03.2015 beschlossen, dass eine Ausweisung von Buschfeld als ASB-Fläche abgelehnt wird.
Es lohnt sich also, genau hinzuschauen und die Öffentlichkeitsbeteiligung für Eingaben zu nutzen. [mehr]

23. Juni 2016 PM – Die Solinger Naturschutzverbände laden zusammen mit BIRDI zu Wanderungen im Ittertal ein – 26.06. und 04.09.

Gemeinsam werden wir rund um die Flächen der geplanten Gewerbegebiete im nördlichen Ittertal (So 26.06. Piepersberg-West und Fürkeltrath 2) und nach den Sommerferien  im südlichen Ittertal (So. 04.09. Buschfeld und Keusenhof) wandern und auch die unmittelbar anliegenden Bachtälern Pissbachtal und Holzer Bachtal erkunden.
Während der Wanderung zeigen sachkundige Mitglieder der Naturschutzverbände die dort lebenden Tiere und Pflanzen und klären über den Lebensraum Ittertal auf. Weiterhin werden wir über die Planungen der Stadt für diese Flächen informieren. Die Wanderung wird 2-3 Stunden dauern und mit einem kleinen Imbiss nahe des Startpunktes abgeschlossen. [mehr]

PM 14.01.2016 – Architekten-Wettbewerb für die Bergisch-Land-Arena startet offensichtlich ohne Berücksichtigung des Gesamtgutachtens Ittertal

Der BHC startet den Architekten-Wettbewerb für die Bergisch-Land-Arena Ende Januar bevor das Gesamtgutachten Ittertal vorliegt. Die Stadt Solingen will das Grundstück im Gewerbegebiet Piepersberg offensichtlich umsonst zur Verfügung stellen und die Stadt Wuppertal will den Anschluss des Gebietes an die Verkehrsinfrastruktur schaffen. Wie es scheint, sind alle Standortfragen geklärt. Selbst ein Wunschtermin für die Eröffnung zum Saisonstart 2018/2019 ist schon in Aussicht genommen worden.
Wie es im Dezember noch hieß, soll das seit zwei Jahren ausstehende Gesamtgutachten zur Bebauung des Ittertal laut Auskunft der Stadtverwaltung Anfang 2016, vermutlich im Februar veröffentlicht werden. Derzeit schreiben Verwaltungsmitarbeiter und Gutachten noch an der Endfassung. Die Stadt hatte zugesagt, keine Planungen zu den neuen Gewerbegebieten im Ittertal ohne Gesamtgutachten verfolgen zu wollen.

Luftbild von Matthias Kunde, August 2015, mit grafischen Ergänzungen zu Piepersberg-West

Der Start des Architektenwettbewerbs ohne Berücksichtigung des Gesamtgutachtens lässt aber auf eine fehlende Sensibilität bei den Beteiligten für die Bedeutung des Ittertals und seine Umwelt- und Klimafunktionen schließen. Es entsteht der Eindruck, durch den Architektenwettbewerb sollen Fakten geschaffen und Zeitdruck aufgebaut werden. Eine sorgsame Umweltprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans wird dadurch beeinträchtigt.
Auch ist der Öffentlichkeit die zeitliche Abfolge schwer vermittelbar. Würde das Gesamtgutachten vor weiteren Planungen zu einzelnen Gebieten vorliegen, wäre die Sachlage eindeutig. So stellt sich aber die Frage, ob das Gesamtgutachten hinsichtlich Piepersberg West vielleicht zu positiv, d.h. im Sinne des geplanten Vorhabens, formuliert wird.

Jedenfalls hat das „Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW“ (LANUV) in seinem „Fachbeitrag des Naturschutzes und der Landschaftspflege“ zum neuen Regionalplan die Fläche Piepersberg West als „Biotopverbund -besondere Bedeutung“ bewertet. Das Anfang 2015 vorgelegte „Klimagutachten für das Ittertal in Solingen“ hat u.a. festgestellt, dass eine Bebauung von Piepersberg-West die Ausbildung von ausreichend mächtigen Kaltluftschichten zur Vermeidung von Überwärmung umliegender Gebiete verhindern könnte: „Die Nähe zum bestehenden Gewerbegebiet Piepersberg-Ost birgt die Gefahr der Ausbildung einer neuen schwachen Wärmeinsel in diesem Gebiet.“ (S. 53)
Eine Beeinträchtigung des Luftaustauschs im oberen Bereich des Ittertals durch Bebauung von Piepersberg Ost und West, die das Tal auf nur noch ca. 135m einschnürt, ist auf jeden Fall zu erwarten.
Auch wird die Bebauung des Areals starken Einfluss auf das Ittertal als Biotop-Verbund zwischen den Naturschutzgebieten im Tal der Wupper/Burgholz, dem Ittertal und der Ohligser- und Hildener-Heide haben. Es sind Folgen für Flora und Fauna zu erwarten, u.a. werden Wanderwege für Fledertiere massiv eingeschränkt.
Sinnvollerweise sollte daher zunächst das Gesamtgutachten Ittertal vorgelegt werden. Erst dann kann entschieden werden, ob und unter welchen Umweltauflagen eine Bebauung erfolgen kann. Falls die Mehrheit des Rates einer Bebauung zustimmt, müsste vor einem Architekten-Wettbewerb ein Bebauungsplan, der diese Umweltaspekte berücksichtigt und entsprechende Auflagen enthält, erstellt werden. Schließlich sind diese Auflagen zum Schutz von Flora, Fauna und Klima wichtige Eingangsgrößen, die die Architekten berücksichtigen müssen.

Als Bürgerinitiative halten wir grundsätzlich die Bebauung von Piepersberg-West für problematisch!
Auf jeden Fall aber sollte eine frühzeitige Berücksichtigung aller umwelt- und klimarelevanten Aspekte erfolgen. Ebenso treten wir für eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung ein, zumal in diesem Fall zwei Kommunen beteiligt sind.