Wir brauchen keine Kehrtwende zu neuen Gewerbeflächen auf der grünen Wiese!

Unsere Pressemeldung vom 04.02.2026 als Reaktion auf die Kehrtwende der SPD

Wir brauchen keine Kehrtwende zu neuen Gewerbeflächen auf der grünen Wiese!

Solingen muss den stetigen Verlust von Arbeitsplätzen verkraften, die Innenstadtlagen Mitte und Wald verlieren ständig weiter an Attraktivität, allerorten sind Leerstände in Wohngebäuden zu beobachten und brachliegende Gewerbeobjekte nehmen zu. Und Teilen der Politik fällt dazu nichts anderes ein, als das zu machen, was man schon immer so gemacht hat: immer weiter Grünflächen opfern. 

Wo sind die Ideen und Innovation, wo ist der Wille zu Veränderungen, endlich das zu tun, was den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Stadt hinterlässt? 

In Zeiten einer Klimakrise darf die Antwort nicht mehr sein, wir machen eine Kehrtwende und fallen in alte Denkmuster zurück und opfern weiter Naturräume, wie wir es seit Jahrhunderten gemacht haben. 
Als Gesellschaft haben wir uns auf den Weg gemacht, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten. Wir wollen mehr Kreislaufwirtschaft, CO₂-Einsparungen, Flächensparen, Renaturierung, mehr ÖPNV und Ausbau der Erneuerbaren. Da passt eine derartige Kehrtwende nicht ins Bild. Insbesondere dann nicht, wenn viele brachliegenden Flächen im Innengebiet seit Jahren ungenutzt sind.
Es mag eine einfache und kostengünstige Lösung sein, Landwirtschaftsflächen platt zu machen und damit Handlungskompetenz zu signalisieren. Aber es ist nur vordergründig eine günstige Lösung. Was wird es die nachfolgenden Generationen kosten, wenn wir jetzt auf natürlichen Hochwasserschutz, Frischluftentstehung und für die Biodiversität wichtige Freiräume verzichten?

Die SPD und andere Befürworter lassen außer Acht, wie dramatisch sich die Bedingungen durch den Klimawandel verändert haben. Zunehmende Erwärmung und mehr Risiken für Starkregenereignisse und den Folgen haben gerade auch in Solingen gezeigt, dass weitere Versiegelungen von Flächen im Oberlauf von Gewässern keine gute Idee sind.

Der mit der Nachhaltigkeitsstrategie eingeschlagene Weg muss fortgesetzt werden. Flächenrecycling und Reaktivierung von Brachflächen, also die Nutzung von vorhandenen Flächenressourcen ist die zeitgemäße Lösung vor Verschwendung von wertvollen Landwirtschaftsflächen, die für regionale Lebensmittelproduktion benötigt werden und als Naturraum Biotope verbinden.

Zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft sollte die Priorität auf der Wiederherstellung einer lebenswerten Stadt mit prosperierenden Innenstadtlagen liegen. Es sollte eine Kernaufgabe der Wirtschaftsförderung werden, die vielen Leerstände aktiv abzubauen, Flächen zu recyclen und der heimischen Wirtschaft wieder zuzuführen. Ganz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, ohne dass Grünflächen ohne tatsächlichen Bedarf auf Vorrat platt gemacht werden. Die Stadt benötigt wieder Arbeitsplätze auf den Brachen in der Innenstadt, dann wird sie wieder lebendig und die Aufenthaltsqualität steigt. 

Von der Politik erwarten wir mehr Ideen und Innovationen als „das haben wir schon immer so gemacht“. Wir brauchen keine Kehrtwende zurück zu alten Mustern. Wir fordern vielmehr die Fortsetzung und Intensivierung des Weges im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie. Dazu müssen wir noch mehr Grün in die Stadt bringen, mehr Entsiegeln und Renaturieren, den Gebäudebestand verbessern, die versiegelten Flächen weiternutzen und den Grüngürtel rund um Solingen erhalten.

Wir fordern nicht nur auf Versiegelung von Grünflächen zu verzichten, sondern sogar zusätzlich mehr Flächen zu Entsiegeln und im Sinne des Naturschutzes und als Klimaanpassung aufzuwerten. 
Bezüglich Gewerbeflächen sehen wir es als eine prioritäre Aufgabe der städtischen Wirtschaftsförderung, ein aktives Flächenmanagement aller existierenden Gewerbeflächen auf städtischem Gebiet zu betreiben und damit den örtlichen Bedarf zu decken. Dazu gehört auch, zusammen mit der Verwaltung Bebauungspläne zu aktualisieren und den Bestand zu sichern.

Abschließend appellieren wir an alle Parteien, endlich einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung den Vorrang vor veralteten Rezepten zu geben!

SPD-Solingen vollzieht eine Kehrtwende und will Gewerbegebiete auf der grünen Wiese

Noch im April 2025 hatte die Solinger SPD den „Masterplan Arbeit + Wirtschaft“ im Stadtrat mit beschlossen und so den Fokus auf Wiederertüchtigung von gewerblichen Brachflächen für Gewerbeansiedlungen gelegt. Jetzt im Februar 2026 folgt die Kehrtwende der SPD, doch wertvolle Landwirtschaftsflächen im Grüngürtel zu opfern.

Eine Kommunalwahl später mit einem schlechten Ergebnis führt offensichtlich zu diesem Sinneswandel, mit dem die Sozialdemokraten wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen: Grünflächen platt machen statt Brachen ertüchtigen und weiternutzen.
Es sollen jetzt doch wieder Fürkeltrath 2 und Piepersberg-West im oberen Ittertal und zusätzlich auch noch Schrodtberg schnellstmöglich als Gewerbegebiete entwickelt werden. Vorhandener Leerstand oder brachliegende Gewerbeflächen in Innenstadtlagen bleiben als unattraktive Gebiete im Stadtbild länger erhalten und um den vermeintlichen Gewerbeflächenbedarf zu decken, sollen die letzten Grünflächen geopfert werden.

Gleichzeitig ist das ein Versuch der SPD, sich der Position der CDU anzunähern, um im Stadtrat verloren Einfluss wieder zurückzuerlangen.

Fürkeltrah

Direkt am Westring, also dem Autobahnzubringer zur A46, Anschlußstelle Haan-Ost, liegt eine typische Solinger Hofschaft, die sich rund um das ehemalige Gut Eipaß gebildet hat.

Hier beginnt die Korkenziehertrasse, der Klingenpfad und der Neandersteig führen entlang Fürkeltrath, d. h. die Siedlung liegt im nördlichen Teil des Grüngürtels, der um Solingen führt.
Die Siedlung grenzt im Norden an Wuppertal, im Westen folgen in wenigen hundert Metern die Hofschaften Holz und Sonnenschein, die an Haan angrenzen. Für weitere Infos folgen …

Kommunalwahl NRW 2020

Am Sonntag 13. September werden wieder der Stadtrat, die Bezirksvertretungen und der Oberbürgermeister gewählt.

Wir hatte dazu eine Podiumsdiskussion mit den OB-Kandidaten geplant und hätte diese gerne öffentlich für interessierte Bürgerinnen und Bürger durchgeführt. Da das unter den gegebenen Umständen nicht einfach durchführbar ist, haben wir die OB-Kandidaten stellvertretend für ihre Parteien und die Kandidatin mit Listenplatz eins von Bündnis 90/ Grüne befragt.

Unsere Fragen beziehen sich konkret auf die Gebiete Fürkeltrath-2 und Piepersberg-West im Ittertal.
Zusätzlich wollen wir wissen, wie die jeweiligen Positionen zum Thema Flächenverbrauch, Brachflächen, Schutz von Grünflächen oder die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen zum Beispiel durch Auflagen in Bebauungsplänen sind.

Alle Parteien unterstützen weiterhin die für Solingen vom jetzigen Rat beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie. Das ist grundsätzlich zu begrüßen. Allerdings werden bezüglich des Schutzes von Grünflächen und damit auch beim Natur- und Klimaschutz nur wenige Parteien konkret. Wir vermissen insbesondere bei den letztgenannten Parteien ein klares Bekenntnis zum Grüngürtel rund um Solingen oder konkrete lokale Maßnahmen zum Schutz von Klima, Natur oder Naherholung.

Und bei der konkreten Frage nach Fürkeltrath-2 und Piepersberg-West positionieren sich nur Bündnis 90/ GRÜNE und DIE LINKEN klar für den Erhalt dieser Grünflächen. Für BfS, CDU, FDP und SPD sind und bleiben die Flächen potenzielle Gewerbegebiete.

Wir vermissen insbesondere bei den letztgenannten Parteien ein klares Bekenntnis zum Grüngürtel rund um Solingen oder konkrete lokale Maßnahmen zum Schutz von Klima, Natur oder Naherholung.

Alle Fragen und unsere Positionen finden Sie hier
– Antworten auf Frage 1
– Antworten auf Frage 2
– Antworten auf Frage 3
– Antworten auf Frage 4
– Antworten auf Frage 5