Neues im Juni, leider nichts Gutes

Das Gesamtgutachten Ittertal mit der Empfehlung, die städtischen Flächen in Piepersberg-West und Fürkeltrath 2 als Gewerbegebiete zu entwickeln, wurde im März veröffentlicht und in einer Bürgerinformation der Öffentlichkeit vorgestellt. Zahlreiche Anmerkungen, Kritiken und Anregungen von den Bürger wurden aufgenommen und kommentiert. Insbesondere der Umstand, dass das Gesamtgutachten nicht die kumulative Wirkung, wenn alle geplanten Gewerbegebiete am oberen Rand des ittertals realisiert werden, wurde kritisiert, aber bisher noch nicht gutachterlich berücksichtigt. Trotzdem hat die Politik im Ausschuß für Stadtentwicklung, Planung, … (kurz ASUKM) das Gesamtgutachten am 20.06.2016 zur Kenntnis genommen. Faktisch bedeutet das, dass der ASUKM den Empfehlungen der Gutachter folgt. Allerdings wurde auch die Verwaltung beauftragt, einige Aspekte aus der Bürgerinformation in das Gesamtgutachten aufzunehmen.

Ob das mehr als ein “Alibi zur Berücksichtigung der Bürger” wird und wie  abschließend der Rat votiert, ist und bleibt offen.
Vielleicht denkt der eine oder die andere Politikerin doch daran, dass auch ohne die Vernichtung von Grünflächen eine positive Entwicklung Solingens möglich ist. Schließlich sind wir auf dem Weg zu einer “Industrie 4.0”-Gesellschaft. Grünflächen “platt machen” galt vor über 100 Jahren als innovativ … das war im Rahmen der Industrie 2.0.

Interessant ist, dass in den Stadtbezirken das Gesamtgutachten (GGA)  kritischer diskutiert wurde und es auch Ablehnungen gibt.
Der Beirat der unteren Landschaftsbehörde und die Bezirksräte haben wie folgt votiert:

  • 08.03.2016 – ULB – wie bereits im Dez. 2013 wird empfohlen, Abstand von weiteren Gewerbegebieten im Ittertal zu nehmen.
  • 11.04.2016 – Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid – vorläufiges GGA zur Kenntnis genommen
  • 18.04.2016 – Wald – vorläufiges GGA zur Kenntnis genommen, aber auch mehrheitlich wird beschlossen, dass die Bezirksregierung Düsseldorf die Fläche Buschfeld aus dem neuen RegionalplanDüsseldorf (RPD)  rausnehmen soll (der Rat hatte 2015 beschlossen, Buschfeld nicht weiter als Gewerbegebiet zu verfolgen, im Entwurf RPD ist es aber immer noch drin).
  • 19.04.2016 – Gräfrath – vorläufiges GGA zur Kenntnis genommen, aber mehrheitlich wird votiert, Fürkeltrath 2 nicht als Gewerbegebiet zu entwickeln! Außerdem soll für das Gesamtgebiet ein artenschutzrechtlicher Fachbeitrag erstellt werden (um diesen Sachverhalt vor weiteren Planungen zu klären)