Sommerfest 2026

Am Sonntag, dem 12.07.2026 ab 13:00 Uhr freuen wir uns, Sie / Euch auf dem Gelände des Naturfreundehauses Holzerbachtal begrüßen zu dürfen.

Im Jahr 2018 hatten wir uns zuletzt am gleichen Ort getroffen. Jetzt ist es wieder an der Zeit, über die vergangenen Jahren zu berichten und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen.

Unser Sommerfest soll aber keine trockene Vortragsveranstaltung, sondern ein Treffen zum gegenseitigen Austausch werden.

Daher sorgen wir für Essen vom Grill und /oder Kuchen vom Blech, dazu die passenden Getränke.
Es gibt keine Agenda für unser Sommerfest, aber wir berichten zu aktuellen Entwicklungen und haben vielleicht die eine oder andere Information, die nicht in der Presse stand.

  • Buschfeld bleibt Landwirtschaftsfläche!
  • Welche Entwicklungen gibt es bei Brachflächen?
  • Was ist mit Fürkeltrath-2 und Piepersberg-West (siehe Foto)?
  • Was plant Wuppertal zusätzlich zur Boden-Recycling-Anlage am Westring?
  • Was passiert in unseren Nachbarkommunen bzgl. Flächen?
  • Welche Erkenntnisse gibt es aus der Amphibien-Saison für das Ittertal?
  • Was können wir tun? 

Buschfeld bleibt Naturraum!

Am 25.06.2026 hat der Regionalrat Düsseldorf mit breiter Mehrheit dem Antrag der Stadt Solingen zugestimmt, die Fläche Buschfeld im Regionalplan dauerhaft als Landwirtschaftsfläche auszuweisen. Formal hat der Regionalrat in seiner Juni-Sitzung die Bezirksregierung aufgefordert, eine entsprechende Änderung des Regionalplans vorzubereiten.

Im Regionalplan soll Buschfeld zukünftig als allgemeiner Freiraum und Fläche für Agrarnutzung (AFA) ausgewiesen werden. Bisher war die Fläche als allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) gekennzeichnet, was auch eine gewerbliche Nutzung ermöglichen würde (Details siehe Kasten).
Bevor die Änderung im Regionalplan final gültig wird, erfolgt nach der Texterstellung eine Offenlegung und abschließend muss der Regionalrat die Änderung dann beschließen.

Der Regionalrat hat damit nach einer langen Vorgeschichte beschlossen, dem Wusch der Stadt Solingen zu entsprechen, den Regionalplan bezüglich Buschfeld ändern zu lassen, damit Buschfeld dauerhaft eine landwirtschaftlich genutzte Fläche mit Schutzfunktion für das angrenzende Naturschutzgebiet „Mittlere Itter“ bleiben kann.

Details zur Umwidmung:

Die bisher als Fläche für den Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) gekennzeichnete Fläche wird zu einer Fläche für Allgemeinen Freiraum und Agrarbereich (AFA) und zu einem Bereich für den Schutz der Landschaft und Landschafts-orientierte Erholung (BSLE). Zugleich wird sie als Regionaler Grünzug (RGZ) ausgewiesen.

Damit steht ein vierzehnjähriges Ringen vor einem positiven Abschluss.
Die Landwirtschaft erhält die dringend benötige Sicherheit, mit dieser Fläche langfristig planen und wirtschaften zu können.
Auch Mensch und Natur profitieren. So sorgt die grüne Freifläche weiterhin für Kaltluftentstehung und die wichtige Funktion einer Biotopverbindung durch das Ittertal wird gestärkt.

Historie

Auslöser für die lange Vorgeschichte waren Überlegungen im Jahr 2012, mehrere Gebiete im Ittertal als Gewerbegebiet zu entwickeln. Der damalige Stadtrat wollte Landwirtschaftsflächen zu Gewerbeflächen entwickeln, darunter neben drei weiteren Gebieten im Ittertal auch Buschfeld.
Diese Überlegungen waren der Anlass für die Gründung unserer Bürgerinitiative zur Rettung der Flächen Keusenhof, Buschfeld, Fürkeltrath-2 und Piepersberg-West vor einer Bebauung.

Diese Flächen stehen seit mindestens der 90er Jahre im Gebietsentwicklungsplan 99 (GIB99) als potenzielle Gewerbeflächen. Mit der Aufstellung des Nachfolgers des GIB, jetzt Regionalplan genannt, kam Bewegung in die Sache und Solingen wollte besagte Flächen zu Gewerbegebieten entwickeln, weil es angeblich einen großen Bedarf an neuen Gewerbegebieten gäbe.

Unter anderem durch unsere Arbeit blieben diese Pläne nicht unwidersprochen und nach langer politischer Diskussion wurde die Erstellung eines sogenannten Gesamtgutachten Ittertal beschlossen.

Dieses Gutachten, zunehmende Anzahl an brachliegenden ehemaligen Gewerbeflächen, die mittlerweile einsetzende Erkenntnis zu nachhaltigem Handeln mit mehr Kreislaufwirtschaft (Flächenrecycling) und die Sorge um den Klimawandel haben in weiten Teilen der Politik zu einer Meinungsänderung geführt.

In mehreren Stadtratsbeschlüssen wurde mit breiter Mehrheit die Herausnahme von Buschfeld aus der Liste potenzieller Gewerbegebiete im Regionalrat beschlossen. Das bedeutet, Solingen will Buschfeld nicht mehr als Gewerbegebiet entwickeln.

Der politische Wille auf der kommunalen Ebene ist das eine, die Umsetzung in überregionalen Plänen, also auf Ebene des Regierungsbezirks Düsseldorf, ist das andere. Da denkt man in Statistiken und Zahlen, nicht in Güte des Bodens oder Kaltluftentstehung. Der Regierungsbezirk Düsseldorf ist groß und zum Beispiel Vertreter vom Niederrhein oder Wuppertal entscheiden auf Basis alter Prognosen über Flächenbedarfe mit. Letztendlich hat es nun ein paar Jahre und zwei Anläufe im Regionalrat gedauert, den örtlichen politischen Willen in der übergeordneten Planung umzusetzen.

In der Diskussion sind immer wieder die angeblichen Flächenbedarfe an neuen Gewerbegebieten die strittigen Punkte, weil jeder diese Zahlen für sich anders interpretiert. Für Solingen sind alle Prognosen aus der Vergangenheit nicht eingetreten. Aus unserer Sicht gibt es keinen Gewerbeflächenmangel, also das, was als Bedarf bezeichnet wird. Wir beobachten zunehmend mehr Brachflächen, also ungenutzte ehemalige Gewerbeflächen. Zuletzt sogar direkt neben Buschfeld in nahezu gleicher Größe und voll erschlossen.

Formell ist nach 14 Jahren Diskussion über Buschfeld jetzt der Punkt erreicht, bei dem der Regionalrat die Bezirksregierung aufgefordert hat, den Regionalplan zu ändern. Wenn diese Änderung als Entwurf vorliegt, wird sie offen gelegt, damit Stellungnahmen dazu möglich sind und bestenfalls wird der Entwurf dann im zweiten Halbjahr vom Regionalplan freigegeben.

Fürkeltrath-2, Schrodtberg, Piepersberg-West

Neue Mehrheiten im Solinger Stadtrat planen landwirtschaftliche Grünflächen in Gewerbegebiete umzuwandeln. 

Bei der letzten Kommunalwahl haben sich die Verhältnisse geändert. Es sind jetzt nicht mehr nur die CDU und FDP, die weitere neue Gewerbegebiete entwickeln wollen, sondern auch die SPD sieht Bedarf. Die SPD macht dadurch eine Kehrtwende hin zur Grünflächenversiegelung statt Brachflächennutzung.

Konkret bringen am Donnerstag die CDU, SPD, BfS und FDP im Rat am 05.03.2026 den Antrag ein, Fürkeltrath-2 und Schrodtberg als Gewerbegebiete zu entwickeln und Piepersberg-West für gewerbliche Nutzung zu prüfen. Mit diesem Antrag soll der erst im Sommer 2025 verabschiedete „Masterplan Arbeit und Wirtschaft“ wieder aufgemacht und so die sofortige Entwicklung benannter Gebiete ermöglicht werden.
GRÜNE und LINKE werden Gegenanträge einbringen.

Die Anträge sind im Ratsportal einsehbar: 3. Ratssitzung am Do. 05.03.2026, TOP 24

Vor der Ratssitzung am Donnerstag um 16:30 Uhr wird es eine vom Klimabündnis Solingen (BI Rettet das Ittertal, Parents4Future, NABU, BUND, SG-gehört-uns u.a.) organisierte Demo geben. Teilnahme vor dem Stadttheater notwendig und erwünscht!

Zusätzlich haben die Solinger GRÜNEN kurzfristig eine online Unterschriftensammlung gestartet, bitte unterzeichnen.

Wir brauchen keine Kehrtwende zu neuen Gewerbeflächen auf der grünen Wiese!

Unsere Pressemeldung vom 04.02.2026 als Reaktion auf die Kehrtwende der SPD

Wir brauchen keine Kehrtwende zu neuen Gewerbeflächen auf der grünen Wiese!

Solingen muss den stetigen Verlust von Arbeitsplätzen verkraften, die Innenstadtlagen Mitte und Wald verlieren ständig weiter an Attraktivität, allerorten sind Leerstände in Wohngebäuden zu beobachten und brachliegende Gewerbeobjekte nehmen zu. Und Teilen der Politik fällt dazu nichts anderes ein, als das zu machen, was man schon immer so gemacht hat: immer weiter Grünflächen opfern. 

Wo sind die Ideen und Innovation, wo ist der Wille zu Veränderungen, endlich das zu tun, was den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Stadt hinterlässt? 

In Zeiten einer Klimakrise darf die Antwort nicht mehr sein, wir machen eine Kehrtwende und fallen in alte Denkmuster zurück und opfern weiter Naturräume, wie wir es seit Jahrhunderten gemacht haben. 
Als Gesellschaft haben wir uns auf den Weg gemacht, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten. Wir wollen mehr Kreislaufwirtschaft, CO₂-Einsparungen, Flächensparen, Renaturierung, mehr ÖPNV und Ausbau der Erneuerbaren. Da passt eine derartige Kehrtwende nicht ins Bild. Insbesondere dann nicht, wenn viele brachliegenden Flächen im Innengebiet seit Jahren ungenutzt sind.
Es mag eine einfache und kostengünstige Lösung sein, Landwirtschaftsflächen platt zu machen und damit Handlungskompetenz zu signalisieren. Aber es ist nur vordergründig eine günstige Lösung. Was wird es die nachfolgenden Generationen kosten, wenn wir jetzt auf natürlichen Hochwasserschutz, Frischluftentstehung und für die Biodiversität wichtige Freiräume verzichten?

Die SPD und andere Befürworter lassen außer Acht, wie dramatisch sich die Bedingungen durch den Klimawandel verändert haben. Zunehmende Erwärmung und mehr Risiken für Starkregenereignisse und den Folgen haben gerade auch in Solingen gezeigt, dass weitere Versiegelungen von Flächen im Oberlauf von Gewässern keine gute Idee sind.

Der mit der Nachhaltigkeitsstrategie eingeschlagene Weg muss fortgesetzt werden. Flächenrecycling und Reaktivierung von Brachflächen, also die Nutzung von vorhandenen Flächenressourcen ist die zeitgemäße Lösung vor Verschwendung von wertvollen Landwirtschaftsflächen, die für regionale Lebensmittelproduktion benötigt werden und als Naturraum Biotope verbinden.

Zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft sollte die Priorität auf der Wiederherstellung einer lebenswerten Stadt mit prosperierenden Innenstadtlagen liegen. Es sollte eine Kernaufgabe der Wirtschaftsförderung werden, die vielen Leerstände aktiv abzubauen, Flächen zu recyclen und der heimischen Wirtschaft wieder zuzuführen. Ganz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, ohne dass Grünflächen ohne tatsächlichen Bedarf auf Vorrat platt gemacht werden. Die Stadt benötigt wieder Arbeitsplätze auf den Brachen in der Innenstadt, dann wird sie wieder lebendig und die Aufenthaltsqualität steigt. 

Von der Politik erwarten wir mehr Ideen und Innovationen als „das haben wir schon immer so gemacht“. Wir brauchen keine Kehrtwende zurück zu alten Mustern. Wir fordern vielmehr die Fortsetzung und Intensivierung des Weges im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie. Dazu müssen wir noch mehr Grün in die Stadt bringen, mehr Entsiegeln und Renaturieren, den Gebäudebestand verbessern, die versiegelten Flächen weiternutzen und den Grüngürtel rund um Solingen erhalten.

Wir fordern nicht nur auf Versiegelung von Grünflächen zu verzichten, sondern sogar zusätzlich mehr Flächen zu Entsiegeln und im Sinne des Naturschutzes und als Klimaanpassung aufzuwerten. 
Bezüglich Gewerbeflächen sehen wir es als eine prioritäre Aufgabe der städtischen Wirtschaftsförderung, ein aktives Flächenmanagement aller existierenden Gewerbeflächen auf städtischem Gebiet zu betreiben und damit den örtlichen Bedarf zu decken. Dazu gehört auch, zusammen mit der Verwaltung Bebauungspläne zu aktualisieren und den Bestand zu sichern.

Abschließend appellieren wir an alle Parteien, endlich einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung den Vorrang vor veralteten Rezepten zu geben!